Entwicklungen der Weltwirtschaft

27.10.2010

... seit dem Zusammenbruch des Sozialistischen Blocks (1990 - 2010)

 

Mittwoch, 27. Oktober 2010,
19:30 Uhr
Haus der Stiftung

Brückenstraße 15, Waldshut

(ehem. Firmengelände Sedus Stoll)


Referent:
Jochen Kelter
Ermatingen / CH


Jochen Kelter, geb. 1946, lebt als Autor  auf der Schweizer des Bodenseestl_files/stollvita/user/bilder/Jochen Kelter.png in Ermatingen (TG) und in Paris. Er war u.a. Präsident  von „Suisseculture“, des Dachverbands der Schweizer Urheberverbände  (1994 – 2002) und der Schweizer Urheberrechtsgesellschaft „ProLitteris“ (2002 – 2010). Letzte Buch-veröffentlichungen: „Hall oder die Erfindung der Fremde“ (Roman, 2005), „Verweilen in der Welt“ (Gedichte, 2006), („Ein Vorort zur Welt“ (Essays, 2007), „Ein Ort unterm Himmel (Essays, 2008), „Bodenseege-schichten“ Hrsg. Zusammen mit Hermann Kinder, 2009), „Eine Ahnung von dem was ist“ (Gedichte, 2009). Jochen Kelter schreibt regelmäßig gesellschafts- und wirtschaftskri-tische Kolumnen im Südkurier.
Der Beginn der aktuellen, noch keines-wegs überwundenen Finanz- und Wirt-schaftskrise wird auf den Herbst 2008, den Zeitpunkt des Bankrotts der New Yorker Bank Lehman Brothers datiert. In Wahrheit aber reichen ihre Ursprünge viel weiter zurück -  letztendlich bis ins Jahr 1971, als die Währungen vom Goldpreis abgekoppelt und damit die Verträge von Bretton Woods  (1946) praktisch ausser Kraft gesetzt wurden. Vor allem aber reicht ihr Ursprung zurück zum Beginn der Ära Reagan und Thatcher am Ende der achtziger Jahre mit ihrer wirtschaftlichen Deregulierung und Liberalisierung, ihrem Credo, weniger staatliche Interventionen und die Privatisierung aller Wirtschafts-bereiche seien das ökonomische Allheil-mittel der Zukunft. Eine wichtige Rolle in diesem Prozess der letzten zwanzig Jahre spielte aber auch der Zusammen-bruch des Ostblocks, der Wirtschafts-führern und Politikern nun scheinbar freie Hand in einer posthistorischen Welt liess. Die zunehmende Herrschaft des Finanzkapitals, der Terror der Aktienkur-se, dem ganze Belegschaften und Be-triebsstätten untergeordnet und geopfert wurden, haben letztendlich zu den ge-platzten Spekulationsblasen geführt Die Krise, die 2008 scheinbar über Nacht hereinbrach, hat diesen  „Kasinokapita-lismus“ endgültig Lügen gestraft, ohne dass die nötigen politischen Konsequen-zen bisher gezogen und umgesetzt worden sind.

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