Künstler, Epochen, Stile

24.07.2010

Reihe: Allgemeinwissen Kunstgeschichte

 

Künstler...

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Stile...

 

„Frühes Mittelalter“

Merowinger

Karolinger

Ottonen

 

Samstag, 24. Juli 2010

15:00 Uhr

Haus der Stiftung

Brückenstr. 15, Waldshut

(ehem. Firmengelände Sedus Stoll)

Eintritt frei

 

 

Judith Neumann M. A.

Kunsthistorikerin

Freiburg

 

 

Information:

Tel. 07751-84 220 oder mail StollVITAStiftung@sedus.de

 

 

 

Zum Inhalt:

Der Begriff „Frühes Mittelalter“ ist ein Sammelname für einen Zeitraum, der durch Völkerwanderungen, Kriege und andere Katastrophen geprägt ist. In dieser unruhigen Zeit, die vom 6. Jh. bis zum Anfang des 11. Jh. reicht, fehlen die gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Voraussetzungen, die für die Entstehung eines ein-heitlichen Kunststiles Voraussetzung sind. Trotz mangelnder Stileinheit und einheitlicher Kennzeichen wurden jedoch in einzelnen Kunstzentren die wichtigsten Grundlagen für die mittelalterliche Kunst und Kultur gelegt – zunächst in der irisch/angelsächsischen Buchmalerei, später vor allem aber in der karolingischen und ottonischen Kunst, die im Mittelpunkt dieses Vortrages stehen wird.

 

„In einem besonderen Sinn hat die Zeit, die wir heute Mittelalter nennen, selbst behauptet, sie sei die mittlere Zeit innerhalb der Heils- und Weltgeschichte, die nach Gottes festgefügtem Plan abrolle. Auf das Zeitalter des Vaters folge das des Sohnes, dem sich das des Heiligen Geistes anschlösse: so der kalabresische Abt Joachim von Fiore um 1200. Man befinde sich in der ‚media aestas’ des Gottessohnes, in der mittleren Zeit zwischen der Menschwerdung Gottes und seiner Wiederkehr am Jüngsten Tag. Das Mittelalter sah das Geschehen unter endzeitlichem Aspekt, während der profane Historiker der Neuzeit die Weltgeschichte betrachtet, ohne einen  immanenten göttlichen Plan vorauszusetzen.

Unsere Bezeichnung ‚Mittelalter’ leitet sich denn auch nicht von der heilsgeschichtlichen Selbsteinschätzung jener Zeit her, sondern von der Etikettierung humanistischer Philologen seit der Mitte des 15. Jahrhunderts. Sie bezeichnen die Zeit zwischen der Antike und der ihrer zur Antike zurücklenkenden Gegenwart als ‚mittlere Zeit’. Mittelalter: das war die dazwischenliegende Nicht-Antike. Für die Geschichtsschreibung hat sich diese Einteilung allerdings erst im 17. und 18. Jahrhundert durchgesetzt, Voltaire (1694-1778) zum Beispiel hat sie noch nicht gekannt. Den Durchbruch schreibt man dem späteren Hallenser Professor der ‚Beredsamkeit und Geschichte’ Christoph Cellarius (†1707) zu, einem wissenschaftlich unbedeutenden, aber didaktisch interessierten Mann, der in seinem zuerst 1688 erschienenen Kompendium unter ‚Mittelalter’ die Zeit zwischen dem Tod Konstantins des Großen (306-337) und der Eroberung Konstantinopels durch die Türken (1453) verstanden hat.

Horst Fuhrmann: Einladung ins Mittelalter, München 1987, S. 15 f.

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