Orthographische Anarchie? Sprachanarchie? Das neue Schreiben

15.06.2010

„Das Schreiben von E-Mails und SMS ist heute zur alltäglichen Beschäftigung, zur Routine geworden. In der Regel wird die Mailbox täglich geleert; manch einer überprüft mehrmals am Tag, ob neue E-Mails „da sind“. Andere arbeiten ohnehin immer online und erhalten bei jedem Posteingang eine Benachrichtigung.

Zu Beginn des Vortrags sollen die Auswirkungen dieser Entwicklung aus sprachwissenschaftlicher Sicht themati-siert werden. Dabei wird es u.a. um die Frage gehen, was sich ändert, wenn Texte am Computer geschrieben, mit dem Computer verschickt und am Computer gelesen werden, wenn also der gesamte Kommunikationsweg über ein Medium läuft. Wie wirkt sich dies auf das Schreiben des Textes aus? Gibt es Rückkoppelungseffekte vom E-Mail- zum herkömmlichen Briefschreiben?

Und noch dringlicher ist eine Frage, die auch in der Öffentlichkeit immer wieder gestellt wird: Wie schreiben Schüler, die viele Stunden im Internet verbringen, ihre Kontakte über Facebook pflegen, im MSN chatten, täglich SMS verschicken, ihre Deutschaufsätze in der Schule, zeigen sich hier möglicherweise Kontakt-phänomene, gibt es

ein neues Schreiben?

Abschließend wird überlegt, welche Konsequenzen sich in unserem Kommu-nikationsverhalten ergeben, wenn die Mobil­kommunikation zur Regel wird, wenn wir also nicht nur SMS, sondern auch z.B. E-Mails an jedem Ort und zu jeder Zeit versenden und empfangen können.“

 

 

Dienstag, 15. Juni 2010

19:30 Uhr

 

Referentin:

Prof. Dr. Christa Dürscheid

Lehrstuhl für Deutsche Sprache,

Universität Zürich

 

Haus der Stiftung

Brückenstraße 15, Waldshut

(ehem. Firmengelände Sedus Stoll)

tl_files/stollvita/user/bilder/Bild Prof Christa Duerscheid.jpg

 

 

Zurück