Vortrag: "Von Schulden, die man sieht, und solchen, die man nicht sieht"

03.03.2011, 19:00

Einen Überblick über die versteckten Schulden der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung sowie über die nicht ausgewiesenen Versorgungslasten für den öffentlichen Dienst in den Haushalten der Gemeinden, Länder, des Bundes und seiner Sondervermögen gibt der Eröffnungsvortrag einer mehrteiligen Veranstaltungsreihe über
Öffentliche Haushalte bei der Stoll VITA Stiftung. Prof. Raffelhüschen: „Die langfristige Finanzierbarkeit der deutschen Staatshaushalte ist angesichts des sich rapide zuspitzenden doppelten Alterungsprozesses nicht mehr gewährleistet. Alle in Bismarckscher Tradition entworfenen Sicherungssysteme – also Renten-, Kranken- oder Pflegeversicherung – fußen auf dem gleichen Prinzip, dem Generationenvertrag, und haben das gleiche langfristige Problem: Immer weniger tendenziell gesunde Junge finanzieren immer mehr Alte, die immer älter werden und deren Krankheitsbzw. Pflegebedürftigkeitswahrscheinlichkeit deutlich zunimmt. Die sich daraus ergebenden zukünftigen Finanzierungslücken machen drastische Leistungskürzungen unumgänglich, es sei denn, man mutet zukünftigen Generationen Sozialversicherungsbeiträge in der Größenordnung von über 60 Prozent zu. Gleichzeitig schränken enorm anwachsende Versorgungslasten für die pensionierten Beamten und den öffentlichen Dienst die Haushaltsspielräume von Bund, Länder und Gemeinden ein.“

 

Prof. tl_files/stollvita/user/bilder/Raffelhueschen.pngRaffelhüschen ist Direktor des Instituts für Finanzwissenschaft I und zugleich Leiter des Forschungszentrum Generationenverträge an der Universität Freiburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der Sozial- und Steuerpolitik, insbesondere der Alterssicherung, der Gesundheitsökonomie und der Pflegevorsorge.

 

Haus der Stiftung
Brückenstraße 15 in Waldshut

19.00 Uhr

Eintritt frei

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